Spur-Epistemologie
Wie Spuren Wissen ermöglichen – und welche ethischen Fragen sie aufwerfen.
Dr. phil. Andreas Buller ist Philosoph, Autor und Lehrer für Theory of Knowledge. Seine Arbeit erforscht, wie Spuren unsere Erkenntnis, Erinnerung und Deutung der Geschichte prägen.
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Im Zentrum meiner Forschung steht die Spur: ein unscheinbares Phänomen, das Vergangenes gegenwärtig macht und zugleich auf Abwesendes verweist.
Die Spur-Epistemologie verbindet Philosophie der Geschichte, Hermeneutik, Medienphilosophie und Ethik. Sie fragt nicht nur, was wir wissen können, sondern auch, wie wir mit den Zeugnissen anderer Zeiten verantwortungsvoll umgehen.
Texte, die meine Arbeit zur Spur in besonderer Weise angeregt und begleitet haben.
Wie Spuren Wissen ermöglichen – und welche ethischen Fragen sie aufwerfen.
Historische Wirklichkeit, Erkenntnis und die Schichten der Zeit.
Bedeutung, Überlieferung und Medialität im Wandel der Gegenwart.
Philosophisches Denken im International Baccalaureate und darüber hinaus.

Die im 15. Jahrhundert erbaute Michaelskirche in Waiblingen ist eine materielle Spur. In den zunächst katholischen und später evangelischen Gottesdiensten zeigen sich dagegen Zeitschichten (Reinhart Koselleck): Religiöse Traditionen bleiben bestehen und verändern zugleich ihre Formen und Bedeutungen.

Spuren können wir wahrnehmen – Zeitschichten müssen wir aus ihrem Fortwirken erschließen.

Ein kurzer Einblick in mein neuestes Buch über Medialität, Hermeneutik und Ethik der Spur.
EdS = Epistemologie der SpurEine kompakte visuelle Einführung in die Gedankenwelt der Spur-Epistemologie.
Zum Buch ↗Auf YouTube ansehen ↗PhilArchive-Eintrag ↗„Andreas Buller: Freiheit ist das wichtigste Geschenk“
Im Gespräch mit Lina Michailowa über philosophische Bildung, selbständiges Denken, die Kultur des Dialogs, Freiheit und die Frage, welche Spuren ein Mensch hinterlässt.
Interview auf Russisch lesen ↗Monografien und Arbeiten zu Spur, Geschichte, Sprache und Philosophie.
Eine Untersuchung zur Medialität, Hermeneutik und Ethik der Spur. Königshausen & Neumann, Würzburg.
Sandermoen Publishing, Zug. Russische Ausgabe. Mit einem kindgerechten Schlusskapitel zur Spur.
LIT Verlag, Berlin. Englischsprachige Ausgabe. Während der Arbeit an diesem Buch begleitete mich ständig der Gedanke, dass der russische Angriff auf die Ukraine unheilbare Spuren – Wunden und Verletzungen – hinterlassen wird. Das Spurthema ist auch hier, wenn auch im Hintergrund, präsent.
Mit Beiträgen von Reinhart Koselleck. Zentrum für Geisteswissenschaftliche Initiativen, Moskau / St. Petersburg.
Aufsatz in Философский полилог, Nr. 1 (7), S. 159–170. Ein wichtiger begrifflicher Ausgangspunkt meines heutigen Werks: Hier erscheint erstmals die Bezeichnung „Epistemologie der Spur“.
Aletheia, St. Petersburg. Russische Ausgabe. Hier wird erstmals das Thema „Spuren des Todes“ behandelt.
Die später im selben Jahr erschienene, erweiterte und überarbeitete deutsche Fassung des russischsprachigen Buches Drei Vorlesungen über den Spurbegriff. Entschlüsselung eines rätselhaften Phänomens. Tectum, Marburg.
Mein erstes Buch zum Thema Spur, 2016 zunächst in russischer Sprache erschienen. Aletheia, Sankt Petersburg, 128 Seiten.
Das Verhältnis zwischen historischer Wirklichkeit und historischer Erkenntnis bei Karl Marx und Johann Gustav Droysen. 2001 als Dissertation abgeschlossen, 2002 im Logos Verlag, Berlin, veröffentlicht. Droysens Historik sowie die Begriffe „Zeichen“ und „zeichnen“ bilden eine theoretische Grundlage der späteren Spurtheorie.
„Spuren markieren den epistemischen Übergang von Wahrnehmung zu Erkenntnis, von Gegenwart zu Abwesenheit, von Gegebenem zu Erschlossenem.“
EdS, S. 9